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Das Internationale Nordseerennen Insel Sylt ist zurück!

Nach 6-jähriger Pause fand vom 01. – 03. September 2015 auf dem Gut Söl’ring in Wenningstedt-Braderup das Revival des Internationalen Nordseerennen auf der Insel Sylt statt. Eine gute Züchterbeteiligung, eine ausgezeichnete Organisation und ein hervorragender Flugverlauf sorgten bei allen Beteiligten für zufriedene Mienen. Damit konnte das Event lückenlos an die große Tradition des 1988 erstmals auf Sylt ausgetragenen One Loft Race anknüpfen. Das „Nordseerennen“ ist damit das älteste und wohl auch anspruchsvollste Rennen in Deutschland.

Die Anforderungen an die Tauben sind durch die geografische Lage des Schlages, auf einer Insel mitten in der Nordsee gelegen und durch den ständigen, kräftigen Nordwestwind besonders hoch. Windstärken von 5, 6 oder 7 Bft und Böen bis zu 70 – 80 km/h sind hier absolut normal. Hier muss jede Taube über einen unbändigen Heimkehrwillen verfügen, um den Heimatschlag über die offene Nordsee auf der Insel Sylt zu erreichen.
Züchter aus 12 Ländern hatten ihre Tauben zu diesem Rennen gemeldet. Absolute Transparenz, das Engagement von Top-Leuten ( Trainer, Auflassleiter und Kontaktleute, Tierärztin, etc.), der Einsatz allerbester Ausrüstungen (komplett neue Schlaganlage, einschl. exklusiver HABRU-Volieren, GERALDY-Kabinenexpress, HERMES Sitzregale mit Kotbändern, TIPES- Elektronik sowie die bestmögliche Taubenversorgung mit Versele-Laga und Schroeder-Tollisan Produkten waren der Garant für eine außergewöhnliche Veranstaltung.

Am Tage vor dem Endflug wurden die Tauben unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen eingekorbt. Hierfür war eigens der FCI (Brieftaubenweltverband) – Delegierte, Zenon Marek, aus Polen angereist. Das Handling der Tauben wurde ausschließlich von ihm persönlich durchgeführt, während 4 weitere neutrale Personen die Kontrollen übernahmen und jede Taube mit einem Flügelstempel versahen. Alle Öffnungen der Einsatzkörbe wurde sofort mit nummerierten Plomben des Brieftaubenweltverbandes verschlossen. Danach wurden die Tauben getränkt und 2 Stunden später mit einem erfahrenen Kabinenexpressfahrer aus Hamburg auf die Reise geschickt.

Die Wetterprognosen für den Finaltag stimmten nicht wirklich optimistisch. So gab es auf der Strecke Wittstock – Berlin (ursprünglich geplanter Auflaßort) bereits morgens Dauerregen und auch das Wetter auf der Strecke nach Sylt sollte sich im Laufe des Tage zusehends verschlechtern. Einzig ein leichter Südwind wurde als positiver Faktor angesehen.

Der Auflaßleiter, Olaf Gehrken, Lütjensee, ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Nach zahlreichen Telefonaten mit mit verschiedenen Züchtern auf der Strecke und dem Kontaktmann vor Ort, schickte er die Tauben um 07.25 h auf die 334 km-lange Reise. Erst unmittelbar vor dem Auflaß waren die Plomben unter Aufsicht entfernt worden (siehe beiliegendes Protokoll).IMG_20150910_0009

Trotz Regenschauer und stürmischen Wind waren über 150 Zuschauer gekommen, um das Eintreffen der Tauben zu erwarten. Die Bedingungen für die Tauben wurden von den anwesenden Züchtern sehr unterschiedlich eingeschätzt und so lagen die Prognosen für das Eintreffen der 1. Taube auch weit auseinander. Als die Rufe „Tauben, Tauben“ zu hören waren, konnten einige der Züchter kaum glauben, dass die Tauben bei derartigen Wetterbedingungen zu solch großartigen Leistungen fähig sind.

Ausschlaggebend hierfür waren sicherlich die absoluten Top-Tauben, die unübersehbar hervorragende Verfassung der Tauben und das anspruchsvolle Trainingsprogramm.

Rechtzeitig vor dem Eintreffen der Tauben hatte sich der FCI-Delegierte vom ordnungsgemäßen Zustand der kompletten elektronischen Registrierungsanlage überzeugt. Alle Kabelverläufe und – Anschlüsse wurden von ihm persönlich überprüft. Danach war ein Zutritt zur Schlaganlage nur noch unter seiner Aufsicht zugelassen. Selbstverständlich wurden die Ringnummern und Flügelstempel der eintreffenden Tauben von Zenon Marek auf ihre Ordnungsmäßigkeit überprüft.

Um 12:13:01,61 h wurde die 1. Taube vom Team Mückenfuß + Drapa registriert. In Sekundenabständen folgten danach weitere Tauben:

2. Preis R + MA Rolff

3. Preis SG Altmiks + Soudy

4. Preis Ratz – Bremen ( ZG Joksch – Bremen)

5. Preis Dieter Ruhwiedel

6. Preis Team Kupka + Siebert und zeitgleich R + R + Lilly Marien

8. Preis G & D Aslanidis, FCI Greece

9. Preis Rehm + Sohn + Partner

10. Preis The Quad Sydicate ( ZG Waldow + Rolff)

Um 13.31 h waren dann alle Preisgelder vergeben. Bis zum Abend waren dann mehr als 120 Tauben am Heimatschlag eingetroffen.

Sichtlich zufrieden und in Erwartung der Siegerehrung trafen sich die Züchter ab 19:00 h im Zelt an der Schlaganlage. Für die musikalische Ausgestaltung der Party war das Team „Profisound Dorsten“ von Peter Suttrop mit einer mobilen Discothek angereist. Jung und Alt waren begeistert von der tollen Stimmung.

Zwei wirklich unübertreffbar zubereitete Spanferkel und eine riesige Scampifanne waren ein weiteres Highlight dieser Veranstaltung.

Um 22:00 h wurden dann die anwesenden Züchter vom 1. Vorsitzenden des Internationalen Nordseerennen Insel Sylt, Werner A. Waldow, mit den Siegerschecks ausgestattet.

Fast 24.000 € gingen an das Team Mückenfuss + Drapa, 15.800 € an R + MA Rolff und 7.900 € an die SG Altmiks + Soudy.

Weitere Schecks in Höhe von 5.550 €, 4.750 €, 3.550 €, 3.550 €, etc. gingen an die nachfolgend Platzierten.

Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und die erfolgreichsten Züchter ließen es sich auch nicht nehmen insgesamt 250 (!!!) Liter Freibier zu spendieren.

Erst gegen 03:00 h in der Früh machten sich die letzten Gäste auf dem Heimweg, nicht ohne ihre erneute Teilnahme für das Rennen 2016 anzukündigen.

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